Music For A While 2026
Ein literarisch-musikalisches Programm
mit Musik von der Barockzeit über Klassik bis Jazz
und Texten von Robert Walser
Gesang Rebecca Collins, Kerstin Schultes, Monika Zdrazil
Sprecher*innen Irene Türk-Grimm, Manuela Wisniewski, Anton Prestele
Konzept und Einstudierung Anton Prestele
Premiere Oktober/ November 2026
„Music For A While“ ist nach „Bruder Notilius“ das zweite Programm in der Reihe Literatur und Musik, in der wir uns vorwiegend mit Literat:innen auseinandersetzen, die in ihrem Leben selbst mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten.
Diese Auseinandersetzung ist in den letzten Jahren für unsere inklusive Theaterarbeit immer wichtiger geworden, da sie dazu beitragen kann, das eigene Schicksal besser anzunehmen und damit einer oft erzwungenen Selbststigmatisierung entgegen-zuwirken.
Robert Walser wurde 1878 in Biel in der Schweiz geboren, lebte als Schriftsteller zeitlebens in ärmlichen Verhältnissen und kam nach einer psychischen Krise 1929 zunächst in die Heil- und Pflegeanstalt Waldau in Bern und wurde 1933 dann nach Herisau verlegt. In Herisau, wo er das Schreiben einstellte, lebte er 23 Jahre und starb – als Autor fast vergessen – am Weihnachtstag 1956 auf einem Spaziergang im Schnee. Heute gilt Robert Walser als einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts.
Musik ist die gedankenloseste und deshalb süßeste Kunst.
Rein verständige Menschen werden sie nie schätzen, aber sie wird
gerade ihnen in Augenblicken, wo sie sie hören, am innigsten wohl tun …
Mich schmerzt die Musik. Ich weiß nicht, ob ich sie wirklich
liebe.Sie trifft mich, wo sie mich eben antrifft. Ich suche sie nicht.
Ich lasse mich von ihr schmeicheln. Aber dieses Schmeicheln verwundet.
Wie soll ich sagen? Musik ist ein Weinen in Melodien, ein Erinnern in Tönen,
ein Gemälde in Klängen. Ich kann es schlecht sagen.
Robert Walser (1878-1956)
